Coffee-to-go ODER should I stay or should I go?!

Das Thema Coffee-to-go beschäftigt mich schon seit längerer Zeit. Nun habe ich mich dazu entschlossen, meine Gedanken und meinen Standpunkt diesbezüglich schriftlich in einem Blog darzulegen und freue mich, die unterschiedlichsten Meinungen meiner Leserschaft diesbezüglich zu erfahren, entweder über Kommentare direkt zu diesem Blog oder gerne auch persönlich in meinem Geschäft.

Fakt ist, dass der Coffee-to-go schon seit langem Einzug in unseren Lebensalltag gehalten hat. Er stellt eine der vielen Erscheinungen unseres modernen Lebensstils dar; in Ballungsräumen bekommt man fast an jeder Ecke von den unterschiedlichsten Anbietern, angefangen von Bäckereien, Kaffeehäusern, Eisdealen, mobilen Kaffeebars etc. das schwarze Lebenselixier in seinen unterschiedlichsten Abwandlungen, sei es als Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato und vieles mehr angeboten oder besser gesagt, im wahrsten Sinne des Wortes in die Hand gedrückt.

Ich stehe diesem Angebot im wesentlichen aus zweierlei Gründen grundsätzlich sehr kritisch gegenüber! Einerseits steht für mich als bekennender Espresso-/Ristretto Purist die Qualität des Extrakts und die Vollendung des Genusses an vorderster Stelle. Zur Qualität des Aromas gehört unter anderem, dass das Behältnis, in welches der Kaffee extrahiert wird bzw. aus welchem der Kaffee getrunken wird vorgewärmt sein soll, um keinen Aromaverlust zu erleiden. Dies findet nur allzu selten entsprechende Berücksichtigung. Nebst der vielfachen Unwissenheit der Anbieter kommt hinzu, dass der Kaffee und/oder die Milch viel zu heiss zubereitet werden, die verwendeten Bohnen eine ohnehin geringe oder sogar schlechte Qualität aufweisen, die Maschinen nicht ordnungsgemäß gereinigt werden etc., sodass der Qualitätsverlust aufgrund des Temperaturunterschiedes von Frau und Herr Konsument gar nicht (mehr) wahrgenommen wird.

Als zweiten kritischen Punkt sehe ich den ökologischen Aspekt. Jene Müllberge, welche durch dieses Convenience-Angebot, das soviele tagtäglich gerne in Anspruch nehmen, entstehen. Und zugegebener Massen sind es diese Müllberge, die natürlich weit bedenklicher sind als die Diskussion rund um Aroma und Genuss. Die Menschheit produziert enorm viel vermeidbaren Müll und ich stehe auf dem Standpunkt, dass jede und jeder Einzelne aktiv einen Beitrag zur Eindämmung dieses Wohlstandsproblems leisten sollte. Wir alle haben die Pflicht, unseren Planeten der nächsten Generation so zu übergeben, dass diese gesund und nachhaltig darauf leben kann und in der Lage ist, den folgenden Generationen gleiches zu bieten.

Bereits kurz nachdem ich Espressorado im Herbst vergangenen Jahres eröffnete wurde ich teilweise mehrmals täglich von Passantinnen und Passanten gefragt, ob ich einen Coffee-to-go anzubieten hätte und ich verneinte stets aus oben genannten Gründen. Doch als Geschäftsmann weckte die Nachfrage natürlich auch mein Interesse und bewog mich, entsprechende Überlegungen anzustellen, wie ich das Gute mit dem Nützlichen vereinen könnte. Und so führten mich meine Recherchen zu einer Option, die ich optimal fand, nämlich wiederverwendbare Gläser oder Thermosbecher. Nebst des ökologischen Aspekts der Wiederverwendbarkeit hat diese Option den Vorteil, dass die Behältnisse vorgewärmt werden können und somit ein gleichwertiges Aroma sichergestellt werden kann wie in einer Porzellantasse. So bestellte ich beim namhaften Hersteller KeepCup die erste Charge und freute mich, mit meinem Coffee-to-go Angebot zu starten. Doch kurz bevor ich diese erste Lieferung erhielt musste ich leider zur Erkenntnis gelangen, dass unsere aktuellen CORONA-Regularien das Mitbringen von Geschirr und damit das Abfüllen von Getränken in mitgebrachtes Geschirr nicht zulassen.

Und so hiess es für mich, weitere Recherchen anzustellen und mich auf die Suche nach realisierbaren Alternativen zu begeben. Schlussendlich wurde ich fündig – in Form eines aus zu 100% biologisch hergestellten Thermo-Riffelbechers und damit auch zu 100% biologisch abbaubaren Produkts. Zum erfreulichen ökologischen Aspekt kommt hinzu, dass die Becher auch etwas Wärme speichern können und damit das Aroma nicht unmittelbar verloren geht. So startete ich vor rund 3 Wochen mit meinem Coffee-to-go Angebot aus hochwertigen Kaffeebohnen meines breiten Sortiments, manchmal auch mit Kaffeebohnen, die ich selber zum Verkosten habe und deren potentielle Aufnahme ich in Erwägung ziehe. Das wechselnde Angebot trägt auch dazu bei, dass die unterschiedlichsten Kaffeebohnen von meiner Kundschaft dadurch getestet werden können und dies zumindest ein kleiner Beitrag zur sensorischen Vermittlung des unheimlich weiten Geschmacksuniversums von Kaffee darstellt.

Warum im Titel meines Blogs “should I stay or should I go” vorkommt? Nun, zu den bereits erwähnten Aspekten gesellt sich noch jener der Hektik hinzu, welche ein Geniessen selten ermöglicht. Und der Coffee-to-go trägt nicht gerade zur Entschleunigung, kurzem Abschalten, Durchatmen und Geniessen bei. Deshalb biete ich auch an, den Kaffee in von mir bereitgestellten Tassen auszuschenken, diesen in unmittelbarer Nähe außerhalb meiner Geschäftsräumlichkeiten zu konsumieren (auch gerne im Schubertpark) und im Anschluss wieder zu retournieren. Bisher habe ich alle Tassen wieder heil zurück erhalten;-)

Nun, es gäbe noch viele weitere Aspekte zu diesem Themenkreis, doch das würde den Umfang dieses Blogs bei weitem sprengen und wenn Du bis hierher gelesen hast, dann freut mich Deine Aufmerksamkeit und Dein Interesse ungemein – und ich danke Dir herzlich für Deine Zeit!

Ich freue mich über jeden weiteren Aspekt, Gedanken, Wortmeldung zu diesem Thema und insbesondere auf ein persönliches Gespräch!

Espressorado by Bernd – Euer Eldorado für den perfekten Kaffeegenuss

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